
Differenz. Eine Jubiläumsausgabe
De anvisierte Plan ist aufgegangen. Nach drei Ausgaben sind wir, Super Paper, in die Neue Sammlung aufgenommen worden. Das Ziel des ersten Quartals wurde erreicht und wir fragen uns mit den Worten des Religionshistoriker Gershom Scholems »Echte Tradition bleibt verborgen; erst die verfallende Tradition verfällt auf einen Gegenstand und wird im Verfall erst in ihrer Größe sichtbar«, ob wir nicht einfach lieber aufhören wollen.
Der Begriff Nachhaltigkeit bezüglich unseres Denkens und Handelns ist populär geworden. Dem abstoßenden Gedanken, trotzdem ein kritisches Verständnis darlegen bis eine Verständigung im Rahmen der moralischen Möglichkeiten erwächst, können aber sicherlich nur wenige Affen. Tatsächliche Annäherung, anderen und sich selbst gegenüber scheint schwierig zu sein und ich schreibe nicht über Annäherungskonzepte wie Empathie oder Mimesis. »Moralische Einsichten binden den Willen erst dann effektiv, wenn sie in ein ethisches (Anm. d. Red.: im Sinne der Lehre von einem richtigen Leben) Selbstverständnis eingebettet sind, das die Sorge ums eigene Wohl für das Interesse an Gerechtigkeit einspannt« (Ach, Europa,
Jürgen Habermas, wo wohl?, 2008). Also doch aufhören? Denn es gibt so viele unwichtige Magazine. Eckhardt Schmidt, vor ein paar Jahren auf die Frage was er genau wollte, mit seinem Münchner Magazin, der S!A!U!, welches heutzutage an Punk- und Bildungsbürgertums- Ästhetik erinnert, ohne dabei den Unwörtern, Allgemeinplätzen wie Fashion, Books, Live, Art, Film, Theater, Editorial, Kolumne oder auch Poptheorie oder Performance zu verfallen und mit Mitarbeitern wie Syberberg (Wo ist eigentlich
der neue Neue Deutsche Film, Berlin, München, Hamburg?), Francis Ford Coppola, Fassbinder, Wim Wenders, Schlingensief, Devo, Andy Partridge, Patti Smith und vielen mehr glänzte: »Ich machte genau das, was mir gefiel. Deutsche Romantik hat mich viel mehr
beeinflusst als Punk« (Mjunik Disco, Blumenbar Verlag, 2008). Super, 80er Jahre Reminiszenz, klar kann man machen. Wir müssen aber weiter. Ihr auch. Also geht es weiter! Und das sieht dieses Mal so aus, wie wir selber aussehen. Darum sind wir alle versammelt. So wie uns das gefällt.
In unsere Jubiläumsausgabe.
Differenz.
Mirko Hecktor
