event: Ausstellung Lothringerstrasse 13 / Laden
Ausstellungsdauer: 06.11.2009 – 05.12.2009
Uhrzeit: ab 16:00 Uhr
Kurzbeschreibung: Ausstellung
Location: Lothringerstrasse 13/Laden
Beschreibung:

Endlosschleifen. Leben im Loop
6. Nov. – 5. Dez. 2009
geöffnet donnerstags, freitags und samstags 16–19 Uhr
dienstags 19–22 Uhr (Jour fixe mit Screenings)
Robert Barta (Berlin), Olga Chernysheva (Moskau), Sandra Filic
(München), Claudia Kugler (Berlin), Alexander Laner (München),
Angelika Middendorf (Berlin), Alexandra Navratil (Amsterdam),
Michael Schrattenthaler (München), Nadim Vardag (Wien),
Franz Wanner (München).
Endlosschleifen sind in sich selbst zurücklaufende Prozesse: Loops, die uns
unerbittlich dorthin bringen, wo wir schon einmal waren; Rekursionen, die
Bekanntes ohne sichtlichen Fortschritt vorführen und vorführen und vorführen
– Stillstand trotz Bewegung.
Endlosschleifen sind „Gefängnis(se) in der Zeit“. Andererseits ist es gerade die
„Abwesenheit eines Ziels und eines Grunds“, die „die Abwesenheit instrumentellen
Denkens“ garantiert (Diedrich Diederichsen). Der Rückzug in den sozialen Loop
ist deshalb nicht zwangsläufig ein Versinken in der Banalität des Alltags, sondern
auch eine Verweigerungsgeste gegenüber dem Imperativ des Wachstums, der
Entwicklung und der ständigen Verschönerungsarbeit an der eigenen Biographie.
Endlosschleifen. Leben im Loop behandelt das Gefühl des tatsächlichen und des
scheinbaren Leerlaufs; das Festfrieren der Zeit; das Drehen um sich selbst;
und die Suche nach Zielen – oder nach Fluchtpunkten.
Kuratiert von Verena Seibt und Christian Hartard.
VERANSTALTUNGEN
Do, 5. November, 20 Uhr
Eröffnung mit einer Performance von Sophia Süßmilch.
Sa, 14. November, 20 Uhr
Harry Walter (Stuttgart): Ewig währt am längsten.
Von wandernden Totpunkten und stehenden Endlosschleifen. Ein Bildervortrag.
Was haben Nietzsches Silser Tapete, ein real existierendes Perpetuum mobile
sowie eine Modelleisenbahnanlage der fünfziger Jahre gemeinsam? Der scheinbar
absurde Gedanke der ewigen Wiederkehr des Gleichen hat sich längst von einer
philosophigeschichtlichen Kuriosität zu einer plausiblen Beschreibung der Verhält-
nisse entwickelt. Die Fähigkeit, Endlosschleifen aushalten zu können, scheint zu
einer entscheidenden Kulturtechnik zu werden. Welche Rolle könnte hierbei das
Scheitern spielen?
Harry Walter versteht sich als Autor im weitesten Sinn. Zahlreiche Aktivitäten,
Ausstellungen, Vorträge und Publikationen im Grenzland zwischen Philosophie,
Literatur und Bildender Kunst. 1982 Mitbegründer der künstlerischen Produktions-
gemeinschaft ABR-Stuttgart (bis 2005). Seither Lehraufträge und Gastprofessuren
an verschiedenen Kunsthochschulen im In- und Ausland. Seit 2007 künstlerischer
Mitarbeiter an der ETH Zürich. Interessensschwerpunkte: Krieg, Modellwelten,
Ornament, Dichte, Standards, Rückbildungsgymnastik, Scheitern.
Fr, 20. November, 20 Uhr
nirgends ein ende anfänge dauernd und immer wieder von vorn
Lesung mit Nikolai Vogel und Olaf Probst.
Nikolai Vogel (*München 1971) ist Schriftsteller und betreibt seit 1993
gemeinsam mit Kilian Fitzpatrick den Black-Ink-Verlag. 2005 war er Teilnehmer
am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, 2007 wurde er mit dem
Bayerischen Kunstförderpreis, 2009 mit dem Projektstipendium für Bildende
Kunst der Stadt München ausgezeichnet. Bei Black Ink erschien von ihm u.a.
Mißlungene Texte (1998), Wandlung (2000), Der König schläft im Schloss
(2007, zusammen mit Thomas Glatz und Kilian Fitzpatrick).
Olaf Probst (*Stuttgart 1962) studierte an der Akademie der Bildenden
Künste Stuttgart, war Stipendiat an der Cité des Arts, Paris (1994/95) und
am Centre genevois de gravure contemporaine, Genf (1997). 2007/08 leitete
er die Klasse für freie Malerei / Gestaltung von Kunst- und Kulträumen an der
Akademie der Bildenden Künste München.
So, 29. November, 16 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Stefanie Manthey
Die Kunsthistorikerin Stefanie Manthey (*1976) arbeitete für das Museum
Ludwig (Köln), das Haus der Kunst (München) und das Fotomuseum München.
Sie ist assoziiertes Mitglied des Internationalen Graduiertenkollegs InterArt
(Berlin / Kopenhagen) und Lehrbeauftragte an der Akademie der Bildenden
Künste Stuttgart.
Sa, 5. Dezember, ab 19 Uhr
Finissage
Dr. Klaus Linde: Von Escher zu Einstein.
Zur Mathematik endloser Schleifen und ihren physikalischen Freunden.
Elektroloops.
Musikalische Schleifen mit „_r“ aka Volker Rommel.