event: Ausstellungseröffnung
Datum: Donnerstag, 18. März 2010
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Kurzbeschreibung: Für immer Dein. Johannes Evers, Sandra Hauser, Anna Jermolaewa,
Leigh Ledare, Robert Melee, Björn Rodday, Anna Witt
Location: Lothringerstrasse 13/Laden
Beschreibung:

Für immer Dein.
Johannes Evers, Sandra Hauser, Anna Jermolaewa,
Leigh Ledare, Robert Melee, Björn Rodday, Anna Witt
19. März – 24. April 2010 | Do, Fr, Sa 16 –19 Uhr
Eröffnung am Donnerstag, 18. März 2010, 19 Uhr
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In der Wahl seiner Eltern kann man nicht vorsichtig genug sein.
Paul Watzlawick
Irgendwann sind wir erwachsen, und aus den Eltern werden seltsame Leute, denen man mit gemischten Gefühlen gegenübertritt: einer Haltung zwischen Vertrautheit und Fremdheit, Zuneigung und Distanzierung, Bewunderung und manchmal Verachtung. Wir sind auf dem Sprung, wollen Abstand gewinnen; und gleichzeitig ist da etwas, das uns festhält, weil wir in unseren Eltern wie durch einen Zerrspiegel etwas sehen, was uns erschreckend nahe geht: uns selbst.
Für immer Dein zeigt sieben deutsche und internationale Künstler, die das Verhältnis zu ihren Eltern zum Thema ihrer Arbeit machen: als metaphorische Abrechnung mit der Kindheit (Sandra Hauser), als Versuchsanordnung, die auf ironisch-ernste Weise den Rollentausch mit Vater und Mutter durchexerziert (Johannes Evers), als schonungslose, traurig-absurde Studie der alkoholkranken Mutter (Robert Melee), als seltsam intime Dreiecksbeziehung zwischen dem Sohn, seiner Mutter und ihren Liebhabern (Leigh Ledare), als Parabel über Fürsorge und Liebessehnsucht (Anna Jermolaewa), als Reinszenierung der eigenen Geburt (Anna Witt) – und schließlich als berührende Dokumentation einer letzten Reise mit der Urne des Vaters (Björn Rodday).
Eine Ausstellung über Erziehen und Entziehen. Eine Abnabelschau.
Konzept: Verena Seibt, Christian Hartard
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VERANSTALTUNGEN
Donnerstag, 18. März, 19 Uhr
Eröffnung
Freitag, 26. März, 19 Uhr
Vatertag: Richard von Schirach liest aus Der Schatten meines Vaters
Baldur von Schirach wurde 1946 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Sein Sohn Richard, 1942 geboren, kennt den Vater nur aus blassen Erinnerungen – und aus über 1.000 Briefen, die Baldur von Schirach aus dem Gefängnis schreibt. Die ersehnte Entlassung des Vaters jedoch wird zur Enttäuschung: denn auf ein Einsehen, auf ein Zeichen der Reue, auf Erklärungen wartet der Sohn vergeblich. „Warum habt Ihr nichts getan?“, will Richard wissen. „Vergiß nicht, ich habe einen Eid geleistet“, entgegnet der Vater.
„Schirach formuliert weder Anklage noch Verteidigung, sondern geht einen Schritt zurück zu den Wurzeln des deutschen Dilemmas. Er möchte begreifen, wie sein Vater Baldur auf die Nürnberger Anklagebank geriet. Will herausfinden, warum der Reichsjugendführer und Gauleiter von Wien, der die Deportation von 185.000 Juden zu verantworten hatte, »die schlichte, bezwingende Wahrheit eines reumütigen Herzens« auf immer verweigert hat. Die Triebfeder jedoch ist ein Akt der Selbstaufklärung und -vergewisserung: Wer war ich, wer bin ich, und wie hängt beides zusammen?“
(Die Zeit)