event: “BASIC RESEARCH _ beobachtungen höherer art”
datum: Donnerstag, den 18. März 2010
Uhrzeit: ab 19:00 Uhr
Kurzbeschreibung: Folge 5 Die Sammlung als Künstlermuseum
Einzelausstellung mit Andreas Familler
Location: Weltraum, Rumfordstrasse 26
Beschreibung:

Folge 1 DIE VERWANDLUNG DES TRAUMES _ hohes C
Folge 2 DER SINN DES FRAGMENTS the advanced body
Folge 3 DAS ENTFESSELTE CHAOS – St. Helena, die Welt in der Welt in der Welt in der Welt
Folge 4 ZUG ZUM UNTEREN
Folge 5 Die Sammlung als Künstlermuseum
Einzelausstellung mit Andreas Familler
Spätestens seit den Bubble-Boom-Jahren genießen Sammler das öffentliche Bewusstsein des Kunstbetriebs. Sie sind die Hauptdarsteller der Marktperformance von Damien Hirst bei Sotheby’s, initiieren Stiftungen und Messen wie die Art Basel durch Ernst und Hildy Beyeler. Sie machen wie Ingvild Götz ihre Privatsammlung unentgeltlich öffentlich und scheuen es nicht, herausragende Architekten dafür zu engagieren. Sie richten sich häuslich auf dem Dach ihrer Sammlung ein wie Boros im Bunker von Berlin. Dem Sammler Brandhorst gelingt es sogar, für die Verwandlung seiner privaten in eine öffentliche Sammlung die Bürger Bayerns an den Unterhaltskosten zu beteiligen. All diese Sammler haben die Kunst zum Programm ihrer Sammlung und setzen sich vielleicht ein Denkmal damit. Diese Pogrammatik stellt Andreas Familler mit Chuzpe auf den Kopf und macht die Sammlung zum Programm seiner Kunst.
Folgerichtig ist Famillers Kunst die Sammlung Familler. Sie wird von ihm in Sauerlach bei München eigenhändig erbaut und bestückt sowie durch weitere Künstler ergänzt. In dieser Sammlung ist nichts denkmalartig fixiert, weder die Kunst noch die Wände, auch keine Treppen oder Außenmauern. Ihrem Charakter nach oszilliert sie zwischen Atelier und Museum, Lebens- und Lagerraum. Sie birgt Objekte des klassischen Kunstbegriffs bis hin zu Alltagsgegenständen. Mal ist sie öffentlich zugänglich, dann wieder nur privat. Für die Ausstellung im WELTRAUM hat Familler seiner Sammlung eine selbst gefertigte Treppe entnommen, die in Sauerlach zwei Stockwerke verbindet. Ihrer Funktionalität enthoben liegt sie als große Einzelskulptur im ersten Raum des WELTRAUM auf dem Boden. Sie wirkt fremd und ist durch ihre rosa Oberfläche nicht mehr eindeutig zuzuordnen. Im Vergleich dazu gibt Familler im zweiten Raum einen eher intimen Ein¬blick in seine Sammlung. Welche Stücke er dafür ausgewählt hat, bleibt jedoch teilweise ein Rätselraten; gut ver¬packt lagern manche Arbeiten wie archivarisch ins Regal geschlichtet. Andere Arbeiten erschließen sich wie ge¬wohnt an der Wand hängend oder im Raum arrangiert. Es kann passieren, dass sich der Künstler mit einem der Besucher in der Ausstellung zusammensetzt und durch ein Absperrseil die Intimität eines privaten Raums anzeigt. Plötzlich werden wir diesseits der Absperrung gewahr, wie wandelbar die Sammlung Familler ist. Andreas Familler wurde 1972 in München geboren, wo er lebt und arbeitet. Weitere Info: www.sammlung-familler.de(Seite im Aufbau).