Event: Zur Konstruktion des Realen
Datum: Samstag, 09. April 2011
Uhrzeit: ab 20:00 Uhr
Kurzbeschreibung: Zur Konstruktion des Realen Foto Ausstellung von Alexander Basile
Location: Carhartt Store Munich
Beschreibung:
Zur Konstruktion des Realen Foto Ausstellung von Alexander Basile
In seinem neuen Roman „La Carte et le territoire“ attestiert der Französische Schriftsteller Michel Houellebecq den Werken aller großen zeitgenössischen Photographen die Kreativität eines Fotoautomaten. Ein Urteil zur aktuellen Fotografie, dem sich der Künstler Alexander Basile gerne anschließt. Auch für den 29-jährigen Kölner ist der globale Kanon der gegenwärtigen fotografischen Bildsprache ein sich selbst reproduzierender, der wie eine im Loopmodus laufende Maschine stetig Bilder ausspuckt deren Ästhetik zu einer universellen Marke geworden sind. Auf der einen Seite steht die Düsseldorfer Schule um Künstler wie Bernd und Hilla Becher, Candida Höfer oder Andreas Gursky, die mit einem realistisch anmutenden Motivalphabet augenblicklich das Milieu der Fotokunst bestimmt. Auf der anderen Seite steht die Fotografie des Moments, etabliert durch Magazine wie Vice, die seit einigen Jahren massiv das Fotografieren im kommerziellen und privaten Gebrauch beeinflusst und deren visuelle Konstante ein stetes Sein im Augenblick vermittelt. Zwei Strömungen, die scheinbar wie ein statisches zwei Säulenmodel funktionieren, dessen Alphabet die zeitgenössische Fotografie buchstabiert und das die Chance die Alexander Basile im Umgang mit Fotografie sucht, nicht bedient. Statt einer statischen Abarbeitung von bereits etablierten fotografischen Leitfäden widmet sich seine Fotokunst lieber der plötzlichen Interaktionen zwischen den Bildelementen, deren Realität auf einer konstruierten aber dennoch spontanen Kommunikation basiert. Basile unterwirft sich in seinen Arbeiten rätselhaften, unvorhersehbaren Botschaften, die plötzlich vor der Kameralinse entstehen und intuitiv erfasst werden. Die Menschen, die Landschaften und Räume um sie herum gehen in seinen Fotografien eine unbewusste Beziehung ein, die auf eine Geschichte jenseits des Abgebildeten verweist. Besonders mit seinen Werbekampagnen für Carhartt hat er so in den letzten Jahren die Fashionfotografie von der Fashion befreit und sich nur beiläufig um die abzubildenden Produkte gekümmert. Stattdessen wirkt das soziale Moment des Bildes über den Bildrahmen hinaus und eröffnet einen Raum, in dem Architektur, Körper und Licht wie in einer angeregten Unterhaltung intuitiv in Verbindung treten. Im Rahmen seiner Ausstellung im Gallery Space des Carhartt Store München zeigt Alexander Basile nun Arbeiten, der letzten Anzeigen Campagnen. So geht Basile bewusst mit seinen geschaffenen Bildräumen der These nach, das es sich bei allen geschaffenen Werken, ob kommerziell oder künstlerisch Immer zu um Konstruktionen handelt und somit eine klare Zuordnung so nicht mehr stattfinden kann.
Die ausgestellten Werke zeigen wie Waage die Grenzen zwischen kommerzieller und künstlerischer Arbeit heutzutage laufen. Basile fordert diese Unterscheidung nicht mehr ein und alles verschwimmt im groben Rauschen konstruierter Realität.
9. April bis 23. Juli Gallery Space Carhartt Store, Munich
zur Konstruktion des Realen. In wie weit lassen sich künstlerische Prozesse und deren Ergebnis zu einer Werbekampagne generieren?
