50 JAHRE MUSEUM VILLA STUCK

50 Jahre Villa Stuck


50 JAHRE MUSEUM VILLA STUCK

Die Villa Stuck feiert ihr fünfzigjähriges Bestehen als Museum mit einer großen Ausstellung.

Es gab Erbstreitigkeiten, über die sogar in Chicago berichtet wurde. Ein Oscar-Preisträger zeigte reges Interesse und mit dem “Tai-Tung” war das erste chinesische Restaurant Münchens mit von der Partie. Es wurde gebaut, gebombt und fast abgerissen. Galerien zogen ein und wieder aus. Gunter Sachs eröffnete eine große Ausstellung mit einem Schaum-Happening und Hans Joachim und Amélie Ziersch stellten eine beträchtliche Summe bereit. Immer gab es Kunst und im letzten Sommer verwandelten die Jungs von Jardin Gérard die Villa Stuck zum schönsten “Weingarten” nördlich der Alpen.
Das Gebäudeensemble Villa Stuck hat eine höchst wechselhafte Geschichte, eine lange Wandlung vom Künstlerhaus zum Museum. Nach dem Tod des namensgebenden “Malerfürsten” 1928 wurden die Räume unterschiedlichst genutzt, von der Politik vernachlässigt oder instrumentalisiert, von den Münchnern bewundert oder vergessen. Seit 50 Jahren aber hat sich das Museum Villa Stuck fest in der lokalen Museumslandschaft etabliert. Dieses Jubiläum feiert die Institution nun unter dem Titel “Betreff: Schicksal Villa Stuck” mit einer umfassenden Ausstellung.
Schon letztes Jahr wurde der Genius Loci der Villa Stuck in einer Ausstellung elegant reflektiert. Der in Kanada lebenden Künstler Abbas Akhavan öffnete Verkleidungen, legte historische Schichten frei und ließ dem Ort Raum und Luft, sich zu entfalten. Die aktuelle Ausstellung geht nun einen Schritt weiter. Für “Betreff: Schicksal Villa Stuck” wird eines der größten Künstlerateliers seiner Zeit erstmals wieder in seiner ursprünglichen Funktion und Form präsentiert. Die großen Nordfenster wurden geöffnet und erhellen den “White Cube” der Atelierräume, die Fenster zum Verbindungsbau wurden freigelegt, ebenso der Zugang zur gartenseitigen Terrasse, auf der Franz von Stuck seine Modelle zeichnete.
Stucks berühmte pfeilschießende Amazone dominiert das ehemalige Skulpturenatelier im Erdgeschoss. Die Figur wurde speziell für die Ausstellung aus dem Vorgarten zurück in die Innenräume bewegt. In den großzügigen Hallen ist die bislang umfassendste Schau zum plastischen Werk Franz von Stucks präsentiert, von bekannten Arbeiten wie dem Nautiluspokal bis hin zu expressionistisch anmutenden Objekten aus der späten Lebensphase. Dass dieses skulpturale Werk des als “Malerfürst” bekannten Künstlers lange Zeit nicht die verdiente Aufmerksamkeit erlangte kann nur historisch bedingt sein. Mythologische Figuren, Archetypen und religiöse Darstellungen. Intensive Farbigkeit und starke Kontraste. Der zweite Teil der Ausstellung im ehemaligen Malatelier illustriert die Bandbreite des künstlerischen Ausdrucks Franz von Stucks.
Im Zwischengeschoss und den angrenzenden Räumen wird parallel zur Ausstellung die illustre Geschichte der Villa Stuck mit historischen Fotografien, Architekturplänen und Zeitungsartikeln erzählt. Dramatisch, erhellend und bisweilen komisch ist die Geschichte der Villa Stuck eine Spiegelung der jeweiligen Zeitgeschichte.
Im Herbst erscheint eine aktualisierte und erweiterte Neuauflage des Buches “Die Villa Stuck”, reich illustriert und ergänzt mit neuesten Forschungsergebnissen und unveröffentlichtem Material.

T: Quirin Brunnmeier /gallerytalk.net

WEB: villastuck.de