Finanzieren wir als Münchner Kreative die FPÖ?

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FINANZIEREN WIR ALS MÜNCHNER KREATIVE DIE FPÖ?

In welchem politischen Lager spielen wir und spielt ihr eigentlich so mit? Oder welche Seite genau wird durch die eigene Teilnahme an Projekten auf Umwegen mitfinanziert?
Im Fall des seit Januar bestehenden SP-CE Projekts (ein Workspace Projekt für junge Münchner Kreative) ist das jetzt genau die Frage!

Nach dem letztjährigen moderaten Shitstorm bezüglich eines SZ Artikels über den Leerstand in der Alten Akademie, wurde das Projekt mehr oder weniger als „Green-/whitewashing“ Projekt konzipiert. Das SP-CE erfüllt dabei für die österreichische Immobilienfirma Signa Holding (Eigentümer des Grundstücks) den Zweck der ersten „Gentrifizierungs-Etappe“ eines Consulting-Plans für das Softmanagement von einer städtischen zu einer privatwirtschaftlichen Immobilie, den Nadin Heinichs Firma Plan A im Jahr 2018 für die Signa ausgearbeitet hat.
Wie man diesen Vorgang bewertet liegt im Auge des Betrachters. Tatsache ist aber auch, dass der globale, seit Anfang der 1980er Jahre eben neoliberale Immobilienkapitalismus mit der dazugehörigen Gentrifizierung seit Jahrzehnten auf ähnliche Weise funktioniert. Denn Kulturförderung generiert für Bauherren und Immobilienkonzerne nicht nur einen medialen Mehrwert in Form positiver und inhaltlich spannender Pressearbeit, sondern auch einen materiellen Mehrwert wie städtische Zugeständnisse, zum Beispiel bei der Auslöse von Parkplätzen oder auch geringere Bearbeitungszeit von Anträgen auf Ämtern.

Seit aber der mittlerweile zurückgetretene österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), René Benko, den Gründer der Signa Holding (die Firma, die die Alte Akademie von der Stadt München erworben hat) in guter Gesellschaft mit der Waffenfirma Glock und einigen anderen wirklich sympathischen Zeitgenossen als „Großinvestor“ der FPÖ (Quelle: Spiegel, Ibiza Video) verortet hat, befinden sich nun auch an die 33 Jungunternehmer der Münchner Kreativszene, die Stroke Artfair, sowie der Kantine Club, unverschuldet auf eine seltsame Art und Weise irgendwo in unguter Nähe dieses Bootes, das irgendwo rechts außen schwimmt.

Klar war spätestens seit den Untermieter-Verträgen für das Zwischennutzungsprojekt SP-CE, das die Signa Holding, mit ihrem Chef René Benko, ein wirklich regressiver und konservativer Haufen ist. Die Verträge selbst wurden allerdings mit einer anderen Unternehmer Gesellschaft, die die Zwischennutzung organisiert abgeschlossen. Ein stiller Teilhaber dieser UG ist ein Angestellter der Signa. Why not?

Das aber nun indirekt das Kreativteam der Stadt München, Münchner Kreativschaffende mit einem „Miet-Umkostenbeitrag“ von ca. 5,- Euro pro Quadratmeter, die Stroke Artfair mit einer Miete – eine Quelle berichtet von circa 4000,- Euro täglich – für den Innenhof der Alten Akademie, Münchner Bürger über Getränkepreise und Eintrittsgelder, und die Eventfirma G.R.A.L. und Immobilienvermietung Locationbroker über den Leerstand Gewinne generieren, aber auch gleichzeitig unwissentlich irgendwie die FPÖ mitfinanzieren fühlt sich, falls die Aussage von Strache tatsächlich zutreffen sollte, nicht ganz so gut an.

Womöglich haben sich so ähnlich die Jahre vor 1933 für den geneigten, gewaltfreien, politisch mitte-links motivierten Bürger angefühlt?

Die nächste Frage wäre nun wie die Kreativschaffenden und Firmen in der Alten Akademie, falls sich die Aussage des Ex-Vizekanzlers bewahrheiten sollte, mit dieser Situation umgehen werden!

Superpaper schlägt vor: Eine Erstattung der Mietkosten der Kreativschaffenden und die sofortige Projektunterbrechung bis die Situation geklärt ist!

Bild bzw. Videoquelle: Spielgel, Ibiza Video: 2:21 min www.spiegel.de/politik/ausland/heinz-christian-strache-geheim-videos-belasten-fpoe-chef-a-1268059-amp.html