HAUS DER KUNST

Haus der Kunst


HAUS DER KUNST – bis. 11.11.

In Kooperation mit dem Festival „Politik im Freien Theater“ präsentiert das Haus der Kunst während des Festivalzeitraums zwei dokumentarische Arbeiten, die sich mit dem NSU-Komplex auseinandersetzen.

 
Auch wenn der NSU Prozess im Juli 2018 beendet wurde, ist der Themenkomplex noch lange nicht abgeschlossen. Zu viele Fragen sind noch offen. In Kooperation dem Festival Politik im Freien Theater präsentiert das Haus der Kunst nun zwei Installationen, die den NSU Komplex neuverorten und kontextualisieren. Das Video “77sqm_9:26min” der Londoner Gruppe Forensic Architecture war eines der einflussreichsten Projekte der documenta 14, das Recherchekollektiv unter der Leitung von Eyal Weizman wurde außerdem für den renommierten Turnerpreis nominiert. Mehr als ein Jahrzehnt nach dem NSU—Mord an Halit Yosgat steht immer noch die Frage im Raum, ob ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, entgegen seiner Aussagen nicht doch Zeuge des Verbrechens war. Künstler, Architekten, Filmemacher, Kulissenbauer und Performer haben dafür Tatort anhand geleakter Akten und einem Polizeivideo minutiös rekonstruiert. Die von spot the silence konzipierte Medieninstallation “Gespräche // Assemblage — Den NSU—Komplex kontextualisieren” vermittelt wiederum den Hintergründen rassistisch motivierter Gewalttaten sowie Formen des institutionellen Rassismus.In neun Videos richtet sie den Fokus auf diejenigen, deren Wahrnehmung in der öffentlichen Darstellung nur selten Platz findet: Betroffene, WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen äußern sich in Wort und Bild.

Text: Quirin Brunnmeier – gallerytalk.net

WANN: Zu sehen bis zum 11. November 2018
WO: Haus der Kunst, Prinzregentenstrasse 1
WEB: hausderkunst.de