JOINT OPENING DAYS

Opening Days


JOINT OPENING DAYS – Do. 28.05., Fr. 29.05 & Sa. 30.05.

Die Galerien Nir Altman, Jahn und Jahn, JO VAN DE LOO, Christine Mayer, Deborah Schamoni und SPERLING veranstalten für die Tage 28. bis 30. Mai gemeinsame Sonderöffnungszeiten.

Nach den Covid-19-bedingten Schließungen der Galerien verstehen die Galerien diesen Zusammenschluss als Zeichen der Solidarität und wollen gemeinsam darauf hinweisen, dass Galeriebesuche wieder möglich sind und neue Ausstellungen gezeigt werden. Auch unter den aktuellen Bedingungen und unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln können die Galerien wieder als kulturelle und soziale Orte funktionieren. Statt der aktuell nicht möglichen, kompakten Ausstellungseröffnungen besteht am 28. und 29. Mai von 12 bis 21 Uhr und am 30. Mai von 12 bis 17 Uhr die Möglichkeiten, die Ausstellungen gemeinsam mit den Galerist*innen und ausstellenden Künstler*innen zu erleben. Die vielen digitalen Formate der jüngsten Vergangenheit haben vor allem gezeigt, dass sie noch kein Ersatz für die direkte Auseinandersetzung mit der Kunst und ihren Akteuren sein können.

JO VAN DE LOO
Andreas Chwatal
Homme Fatal
28. Mai – 25. Juli 2020

Der Titel der kommenden Einzelausstellung „Homme Fatal“ von Andreas Chwatal bezieht sich auf die ganze Menschheit (homme = Mann, Menschheit) und in diesem Kontext konkret auf den Umgang der Menschheit mit der Natur. Eine wiederkehrende Thematik im Oeuvre des Künstlers ist u.A. das Motiv des Schlosses. Dies ist vielleicht auf den ersten Blick romantisch, jedoch kann man es auch als einen Hinweis auf Feudalismus, Absolutismus und die Knechtschaft und Ungleichheit der Menschen deuten. Derart erhaben und absolut wie früher die Fürsten, herrscht heute die ganze Menschheit über die Natur und knechtet sie. Hier enthüllt der nostalgische Blick des Künstlers gleichzeitig die Problemanalyse der Gegenwart. All dies ist also eine Machtfrage: der Machtmissbrauch der Menschen untereinander und der Natur gegenüber. Ob es sich – wie der Titel im Wortspiel Mann bzw. Menschheit andeutet – dabei nun um eine primär männliche oder doch allgemein menschliche Herangehensweise handelt, die sich letztlich aus dem Bibelauftrag herleitet, sich die Natur untertan zu machen, muss sich der Betrachter selbst fragen.

Theresienstraße 48
80333 München
www.galerie-jovandeloo.com

SPERLING
Malte Zenses
Im Regio 3, totale Verwirrung
28. Mai – 25. Juli 2020

Mit ironischer Nonchalance erweitern Malte Zenses’ Gemälde und Skulpturen das Vokabular der abstrakten Malerei und des neuen Realismus, indem sie den Zeitgeist seiner Generation durch autobiografische Fragmente pointiert integrieren. Seine Inspiration beginnt oft mit einer Erinnerung, einem Ort oder einer Momentaufnahme. Anstatt seine eigene Geschichte anhand bekannter Codes umzusetzen, schult er die Erinnerungen der Betrachter*innen und fängt gleichzeitig den Geist unserer unaufhörlichen Reise zwischen dem Digitalen und dem Analogen ein. Durch dieses Spiel mit Codes und Tönen, Wörtern und Zeichen entwickelt Malte Zenses seine eigene Bildsprache und Ästhetik. Seine künstlerische Praxis kann als eine Aneignung, Übersetzung und Wiederverwertung der erlebten Realität beschrieben werden. Die Arbeiten für Zenses’ erste Einzelausstellung bei SPERLING „Im Regio 3, totale Verwirrung“ entstanden bereits im Frühjahr 2020, reflektieren nun aber perfekt die aktuelle Situation; sie setzen sich mit theoretischen und romantischen Dimensionen einer möglichen Apokalypse auseinander.

Regerplatz 9
81541 München
www.sperling-munich.com

NIR ALTMAN
Susi Gelb
user-defined landscape
28. Mai – 01. August 2020

Susi Gelbs Objekte und Videos beschäftigen sich mit der Modifizierung und Veränderung der Umwelt. Der Titel der Ausstellung entstammt dem Interface eines Lasercutters, der Kunstwerke schneidet und graviert. Eine Benutzerdefinierte Oberfläche ist eine Schnittstelle zwischen der Wirklichkeit des Benutzers, der ausführenden Maschine und der bearbeiteten Materie. Die Landschaft wird verändert durch den User. Wer ist der Benutzer und welcher Definition folgt der Umformungsprozess? Susi Gelb beschäftigt sich mit der fließenden Grenze zwischen Natur und Technologie. Sie inszeniert eine Landschaft, die über sich hinaus weist. Objekte und Materialen sind technologisierten Arbeits- und Industrieprozessen entnommen, aber sie führen ein Eigenleben. Verschiedene Versatzstücke der Wirklichkeit laden zur Immersion ein, erschaffen eine Atmosphäre und erscheinen wie Versuchsaufbauten für größere Terraforming-Experimente.

Alpenstraße 12
81541 München
www.niraltman.com

JAHN UND JAHN
Sebastian Dacey
Noailles
13. März – 30. Mai 2020

Die Galerie Jahn und Jahn zeigt in ihren Räumen die dritte Einzelausstellung des Künstlers Sebastian Dacey. Zu sehen sind Papierarbeiten, eine Auswahl an großen Wandarbeiten und eine Installation aus Holz. Die farbigen und abstrahierten Malereien sind über die letzten vier Monate in Marseille entstanden. Sebastian Dacey wohnt und arbeitet an unterschiedlichen Orten, unter anderem in Berlin, München, Marseille, Portugal oder im Elsass. 1982 in London geboren, studierte er ab 2003 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Nikolaus Lang. Anschließend wechselte er in die Klasse Günther Förg, wo er 2008 sein Diplom als Meisterschüler abschloss. Während seines Studiums arbeitete Sebastian Dacey ebenfalls am Wimbledon College of Art in London. 2010 wurde ihm der Preis der Villa Romana verliehen und 2018 der Bayerische Kunstförderpreis.

&

Navid Nuur
 What is lost in time Will be found by time
13. März – 30. Mai 2020

So wie die Zeit Ausdruck von Wahrnehmung und Veränderung ist, bleibt auch der künstlerische Kosmos von Navid Nuur in konstanter Bewegung und formiert sich ständig neu aus Zeichnungen, Bildern, Skulpturen und Installationen. Der Künstler selbst bezeichnet seine Arbeiten als „Interimodule“: Modul in Referenz an ihre Konzeptualität sowie das Wechselverhältnis der verschiedenen Elemente und Interim als Indikator für ein Dazwischensein, einen temporären Zustand des Übergangs. Fast schon wie ein Alchemist ergründet Nuur das Wesen von Kunst und der Welt, indem er – ausgehend von Materie als Substanz aller Dinge – ein großes Augenmerk auf ihre Materialität legt und unterschiedliche Erscheinungsformen zum Vorschein bringt, nicht ohne dabei über den komplexen Begriff der Zeit zu reflektieren. Navid Nuur (*1976 in Teheran) lebt und arbeitet in Den Haag.

Baaderstraße 56 B und C
80469 München
www.jahnundjahn.com

CHRISTINE MAYER

Liebigstraße 39
80538 München
www.galeriechristinemayer.de

DEBORAH SCHAMONI

Mauerkircherstraße 186
81925 München
www.deborahschamoni.com