MONDO

Rohtheater


MONDO – Do. 19.10.

MONDO Eine Theaterinstallation von Rohtheater nach Texten von Strugatzki, Roussel u.a. Galerie Kullukcu & Gregorian in der Import Export Kantine

Ein Beobachter des Instituts für Experimentalgeschichte in der Identität eines verstorbenen Adligen lebt unerkannt auf einem entfernten Planeten mit menschenähnlichen Bewohnern, deren Gesellschaft sich auf einer unserem späten Mittelalter entsprechenden, feudalen Entwicklungsstufe befindet.
In jüngster Zeit hat dort die Verfolgung und Ermordung von Gelehrten und Künstlern begonnen. Der Beobachter befürchtet, dass sich der Planet in einen faschistischen Überwachungsstaat verwandeln wird. Leider gilt für ihn die Regel, sich nicht entscheidend in den Lauf der Dinge einzumischen. Doch was ist die Lösung? Soll er weiter beobachten, oder mit seiner überlegenen Technologie zuschlagenund dadurch helfen, Reformen voranzubringen?
In vielen Staaten der Erde werden heute Intellektuelle, Journalisten und Andersdenkende verfolgt und bedroht. Der demokratische Staat, wie wir ihn kennen, wird vielerorts aktuell umstrukturiert. Das Projekt MONDO zeigt, wie es Machthabern gelingt, „ihr Volk“ zu manipulieren und durch das Ineinandergreifen von Nationalismus und der gleichzeitigen Vortäuschung von steigender Selbstidentität für ihre Ziele einzuspannen. Diese inhaltliche Betrachtung, ausgehend von einer Kultur auf dem Stand des europäischen 16. Jahrhunderts, dient ROHTHEATER für die künstlerische und politische Auseinandersetzung mitdem aktuellen Faschismus weltweit. MONDO handelt entsprechend von uns allen, denn auf dem utopischen Planeten gibt es die gleichen Gefängnisse, die gleiche Denunziationen und die gleiche Ignoranz den Mitmenschen gegenüber.
In MONDO wird ROHTHEATER ihr Stück im Sinne von „objets trouvés“ – also (vor)gefundenen Dingen – erzählen. Die Ansammlung von „Foundfootage“, welche Bülent Kullukcu, Anton Kaun und Dominik Obalski – zum Teil gezielt und zum Teil zufällig – in unserem Alltag auffinden, wird in den Vorstellungen als Live-Material, als “Readymade” zur Geschichte, zum Bühnenbild.Der fiktionale Mehrwert dessen generiert sich in der Kombination – oder den Zwischenräumen -des Gefundenen: Videos aus dem Alltag , Fieldrecordings, Kataloge, Textfragmente, existierende Filme, Verfremdungen von Konsumgütern u.a. Stilmittel collagieren die Topographie des Aktionsund Gedankenraumes der aktuellen ROHTHEATER-Produktion.

Weitere Vorstellungen:
25. / 26. Oktober, jeweils 20:30 Uhr
29. Oktober, 15:00 Uhr
5. / 6. Dezember, jeweils 20:30 Uhr

WANN: Premiere am Donnerstag, der 19. Oktober 2017, um 20.30 Uhr
WO: Galerie Kullukcu & Gregorian in der Import Export Kantine (1. Stock). Dachauer Str. 114, München
WEB: rohtheater.tumblr.com