MUSEUM VILLA STUCK

Villa Stuck


MUSEUM VILLA STUCK

Jetzt online: Die demokratische Schnecke. Ein großes Märchen

In einem ursprünglich als Arbeitsraum für das Alte Atelier Franz von Stucks konzipierten Szenario, welches aufgrund der Schließung des Museums seit 14. März nun eine temporäre Präsenz im Internet findet, zeigen Heike Geißler und Anna Lena von Helldorff eine Landschaft, die zugleich Modell und Abbild verdichteter Wirklichkeiten und eine große Fiktion ist. Die Landschaft wird als Showroom der Möglichkeiten, Ängste und Hoffnungen inszeniert und eröffnet verschiedene Perspektiven auf deren Beschaffenheiten und Konstellationen.

Nicht nur im übertragenen Sinn sollte eine Landschaft inszeniert, vielmehr sollte sie auch bildlich mit dem Trägermaterial Papier nachgeformt werden, auf den Tisch gelegt, gestellt, gestapelt.
Ist das hier zu Sehende ein Modell? Eine Vergrößerung? eine Verkleinerung? Ist es im Aufbau oder Abbau begriffen? Findet eine Fortsetzung statt? Wird es noch weiter gehen? Wie geht es weiter?
Nun wird sie in Zusammenarbeit mit dem Gestalter Toni Schönbuchner in einen digitalen Zustand versetzt. Dabei versteht sich das Szenario als Lesestoff und Erlebnisparcours und nicht zuletzt als Einladung, an einem »Manifest für Gefährten« (Donna Haraway) mitzuwirken.

Die Sprache ist das künstlerische Material dieser Ausstellung. Die demokratische Schnecke ist eine ausführliche, formenreiche Erzählung über Rede- und Betrachtungsweisen der Gegenwart, welche die Betrachter*innen mitunter direkt ansprechen. Die dargebotene Landschaft verweist auf die Veränderbarkeit unserer ruinösen Strukturen in Lücken, Utopien und Alternativen hinein.
Die Schnecke tritt auf als Kundschafterin unseres Status quo und als Repräsentantin eines souveränen Hauses im Staat, der immer im Werden begriffen ist. Sie ist zugleich Figur und Berichterstatterin der Geschehnisse, ist die unwahrscheinlichste und vertrauenswürdigste Korrespondentin. Und natürlich gilt für ihre Berichte, Ausführungen und Anekdoten: »Wenn man das so erzählt, ich weiß schon, will das einem keiner glauben, aber es war so, genau so.« (Michael Köhlmeier)

WEB: villastuck.de
diedemokratischeschnecke.de