OPEN ART 2019

open art muenchen


OPEN ART 2019 – ab Fr. 13.09.

Wer gern in Galerien geht, kennt das August-Debakel: Wer ist in der Sommerpause? Wer zeigt überhaupt gerade was? Der Kunstherbst macht ungewissen Öffnungszeiten ein Ende. In München wird er im September traditionell eingeleitet von der OPEN art. An einem Wochenende eröffnen die Galerien und Kunstinstitutionen der Stadt gemeinsam neue Ausstellungen. Hier sind die Shows, die ihr auf keinen Fall verpassen solltet.

Ambacher Contemporary

So richtig wohlig eingewickelt in Farbästhetik der Extraklasse fühlen wir uns bei Ambacher Contemporary. Dort zeigen drei junge Künstler*innen unter dem Titel „Primordial Synthetic“ ihre Arbeiten.

Zu erwarten? Farbflächen, in die man reinstarren will, von denen man die Augen nicht abwenden kann, obwohl man doch gedacht hatte, die einzelnen Werke bereits mit kurzen Blicken erfasst zu haben.

Bei Alina Birkner fesselt ein pudriger Farbstrudel in Orange-Rosa, Mateusz von Motz sorgt mit schimmernder Folie für genau die richtige Dosis „Bling“ und Tomislav Nikolic rahmt Farbfelder mit Regenbogenrändern und Gold. Nicht, dass es zur OPEN art regnen würde. Aber wenn, dann wäre diese Show erst recht das absolut Richtige für euch: Da gibt’s Farbe, Farbe, Farbe.

Galerie Thomas Modern

Farbkräftige Kompositionen, geometrische Strukturen und strenge Linien. In seinen großformatigen Bildern schafft der Maler Peter Halley strikte Systeme und Ordnungen, die auch als feinsinnige und subtile Kritik an bestehenden gesellschaftlichen Kontrollmechanismen gelesen werden können. Die Galerie Thomas Modern zeigt unter dem Titel “New Paintings” eben das: neue Bilder des New Yorker Künstlers.

Seit über 30 Jahren widmet sich Halley der Auseinandersetzung mit dem Wesen der Malerei, die er analysiert, dekonstruiert und erweitert. Er unterzieht die ungegenständliche Malerei einer Revision und Neuorientierung an den Grenzen und jenseits der bloßen Abbildung. Halley erweitert seine künstlerische Praxis zudem über die Malerei hinaus und schafft umfangreiche Rauminstallationen. So kann man sein Projekt “Heterotopia” auf der diesjährigen Biennale in Venedig bestaunen.

Kunstpavillon

Wie kümmert man sich um eine Schildkröte? Keine der ganz großen Fragen des Lebens und eine, auf die „Turtle Care And Feeding“ vielleicht auch gar keine Antwort gibt. Im Kunstpavillon zeigt Justin Lieberman unter diesem Titel seine von Schildkrötenpanzern inspirierten Keramikskulpturen.

Und weil der Gegenpart zur Schildkröte bekanntermaßen der eitel-flinke Hase ist, wird auch diesem Tier im Rahmen der Ausstellung eine tragende Rolle zuteil. Lieberman flickt ihn aus Menschenbildern zusammen.

Wenn Hase und Schildkröte aufeinandertreffen, begeht der Hase einen Fehler: Er macht, was Kinder hassen und wonach Berater sich sehnen – ein Schläfchen. Der gepanzerte Kontrahent zieht an ihm vorbei. Bei Lieberman läuft der Hase anders und die Schildkröte auch. Ihm geht es nicht um Tradition, sondern um die Gegenwart.

Galerie Rieder

Bilder mit expressivem, gestischen Pinselduktus neben minimalistischen Objekten, die durch variable Positionen vielfältige Formen und Perspektiven schaffen. Die Galerie Rieder zeigt in der Maximilianstraße unter dem Titel “Leere Fläche Volumen” Arbeiten der Künstlerinnen Wang Yani und Riki Mijling.

Auf der chinesischen Tradition aufbauend, entwickelt Wang Yani großformatige Sujets auf Papierbögen, Holz- und Leinwänden. Für ihr kräftiges und ausgewogenes Spiel mit Formen, Linien und Farben nutzt sie kalligrafische Zeichen und asiatische Tuschemalerei.

Die Reliefs von Riki Mijling wiederum zeichnen sich durch eine feine, reduzierte Formensprache aus, offene und geschlossene Flächen wechseln sich ab. Geometrische Elemente beziehen sich aufeinander, wie Bausteine ergänzen diese sich zu einem räumlichen Ganzen. Ob sich die durchaus unterschiedlichen Arbeiten der beiden Künstlerinnen zu einer in sich schlüssigen Ausstellung fügen, kann man in der Galerie Rieder selbst entscheiden.

Die OPEN art wird am Freitag, den 13. September, um 16 Uhr in der Galerie Thomas eröffnet. Die Ausstellungen öffnen am gleichen Abend von 18 bis 21 Uhr. Am Samstag, den 14. September, sowie am Sonntag, den 15. September, gibt es außerdem Rundgänge durch die Galerien jeweils um 11 Uhr, um 14 Uhr und um 16 Uhr. Mehr Infos gibt es am Infostand der OPEN art unter openart.biz.

Text: Anna Meinecke & Quirin Brunnmeier gallerytalk.net