WORKOUT MIT WARHOL

Museum Brandhorst


WORKOUT MIT WARHOL – Fr. 24.05. – So. 26.05

Eine beeindruckende Jubiläumsausstellung, ein rauschendes Festwochenende und weiterhin große Pläne. Das Museum Brandhorst feiert unter dem Titel „Forever Young“ seinen 10. Geburtstag und man sollte sich für diese Feierlichkeiten wirklich ein gesamtes Wochenende einplanen.

Bunt schimmern die zigtausend Keramikstäbe im hellen Frühlingslicht. Zwischen Eisdiele, Museum Reich der Kristalle, Galerien und Geschäften gelegen, fügt sich das kantige Gebäude sanft in die Nachbarschaft ein. Man kann kaum glauben, dass die farbenfrohe Fassade des Museum Brandhorst erst seit 10 Jahren das Kunstareal aufhellt, fühlt es sich doch an, als würde dieser ikonische Bau die Ecke Türken- und Theresienstraße schon seit Ewigkeiten dominieren. Doch wurde das Museum tatsächlich erst 2009 eröffnet. Ursprünglich gebaut, um der Sammlung Udo und Anette Brandhorst für moderne und zeitgenössische Kunst ein repräsentatives Zuhause zu geben, hat sich seit der Eröffnung einiges getan. Mit zahlreichen Ausstellungen hat sich das Haus fest in der deutschen Museumslandschaft etabliert und Maßstäbe gesetzt. Mit „Painting 2.0: Malerei im Informationszeitalter“ im Jahr 2015 hat das Museum die Bandbreite und Relevanz des Mediums Malerei in den Fokus gestellt. Die viel beachteten Einzelausstellungen „Wade Guyton: Das New Yorker Atelier“, „Kerstin Brätsch: Innovation“ und „Jutta Koether – Tour de Madame“ schufen eine Öffentlichkeit für herausragende zeitgenössische Kunst. Parallel wurde die Sammlung stetig erweitert: Heute besitzt das Haus mehr als 1.200 Werke, eine der wichtigsten Sammlung von Gegenwartskunst in Europa – mit vielen bedeutenden Werken von Andy Warhol, Cy Twombly, Bruce Nauman, Cady Noland oder Wolfgang Tillmans. Der zehnte Geburtstag in diesem Mai ist nun der Anlass für eine große Werkschau aus den Sammlungsbeständen: „Forever Young – 10 Jahre Museum Brandhorst“ spannt einen Bogen von den frühen 1960er-Jahren bis in die gegenwärtige Kunstproduktion und setzt viele Neuankäufe der letzten Jahre mit den bekannten Sammlungshighlights in Verbindung. 250 Arbeiten von 46 KünstlerInnen werden einen umfassenden Panoramablick ermöglichen, die Show ist dabei in drei Sektionen unterteilt: die dunkle Seite der Pop-Art, Subjektivität und Identität im Spätkapitalismus und der aktuelle Status von Malerei.

Die Ausstellung wird vom 24. Mai 2019 bis April 2020 zu sehen sein und von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und Performances begleitet. Nach der Eröffnung am 23. Mai beginnt das verlängerte Festwochenende. Bei freiem Eintritt am Samstag und Sonntag wird es Podiumsdiskussionen, Talks, Workshops und spezielle Führungen geben und das Programm ist wirklich dicht bepackt: Unter anderem präsentiert die Stiftung Lyrik Kabinett eine Lesung, das Ballet of Difference zeigt eine Performance, Katja Eichinger mit Kuratorin Patrizia Dander über Andy Warhol und das Boxwerk bietet einen „Workout mit Warhol“ an. Das Münchner Label Public Possession bereichert das Programm musikalisch und gestaltet eine Pop-Up-Bar. Am Samstagabend feiert das neue Salonformat ZEBRA im Foyer des Museums Brandhorst Premiere. Hosted by Nan Mellinger & Guests steht der Titel der Jubiläumsausstellung Pate für ein Gespräch über Ewigkeit, Jugend, und formbewusste Deformierungen. Zu Gast sind u.a. Barbara Vinken und Jovana Reisinger. Doch das Museum Brandhorst feiert nicht nur mit einem Blick in die Vergangenheit seinen zehnten Geburtstag, es denkt auch offensiv in eine die Zukunft. Der Direktor, Achim Hochdörfer, will die Sammlung mit Blick auf die Herkunft der Werke erweitern. Vor allem geografisch habe das zehn Jahre alte Museum Nachholbedarf, sagte Hochdörfer in einem Interview. „Unsere Sammlung ist wie die der meisten Museen in Europa und Amerika auf westliche Kunst ausgerichtet. Das wollen wir offensiv angehen sowohl, was die Sammlungs-, als auch, was die Ausstellungspolitik betrifft.“ Das Jubiläumsjahr solle deswegen nicht nur zum Feiern genutzt werden, „sondern auch dafür, übers Sammeln nachzudenken“.

T: Quirin Brunnmeier/gallerytalk.net

WANN: Eröffnung: 23. Mai, 20 Uhr, Festwochenende: 25./26. Mai, zu sehen bis April 2020.
WO: Museum Brandhorst, Theresienstrasse 35a
WEB: museum-brandhorst.de